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Startseite Gebärdenkantorei

Ausdrucksformen

verschiedene Ausdrucksformen

In der Gebärdenkantorei sind viele verschiedene Ausdrucksformen zu finden:

Von traditionellen Gebärdenliedern über neuere moderne Gebärdenlieder bis zur Gebärdenpoesie, aber auch neuere Formen wie tonale Kompositionen - bei uns entwickelt sich eine breite Palette.

traditionelle Gebärdenlieder

Traditionelle Gebärdenlieder gibt es in Bayern seit Mitte der 70-er Jahre, eingeführt durch Pfr. Volker Sauermann, Ruth Götz (gehörlos), Heidemarie Schulz (gehörlos) und andere. Sie nahmen ihre Impulse von hörenden Kirchenliedern und übertrugen diese in Gebärden oder Lautsprachbegleitende Gebärden. Ihr Rhythmus orientiert sich meist nach dem empfundenen Rhythmus der Kirchenlieder. Dieser Prozess einer ersten Gebärdenlieder-Generation war außerordentlich wichtig für die darauf folgenden Entwicklungen. Sie waren und sind Basis für all das, was in heutigen Tagen entsteht.

1998 hat Pfr. Sauermann eine erste Sammlung von Gebärdenliedern zusammengestellt.

neue moderne Gebärdenlieder

Das sind Gebärdenlieder, die ganz aus der Gehörlosenkultur entstanden sind. Ihre Wurzeln liegen in gedanklichen Anstößen, Erlebnissen und Gefühlen. Den Glauben an Gott gebärdend und in wunderbarer Form als Gebärdenlied und Chorlied auszudrücken, das sollen die modernen Gebärdenlieder leisten. Sie orientieren sich nicht an der Sprachstruktur oder Melodie hörender Lieder. Diese modernen Gebärdenlieder sind seit Ende der 90-er Jahre in Bayern vor allem durch den Einfluss aus dem Jugend- und Kinderbereich entstanden. Sie haben Tempo und malen Gebärden in den Himmel.

Gebärdenpoesie

Eine ganz eigene Form des visuellen Ausdrucks, eine Art schwingende und gebärdende Geschichten-Erzählung. In Bayern ist Gebärdenpoesie ein Teil der Gebärdenkantorei geworden. Chor und Poesie, Poesie und Chor stehen im Dialog und versuchen gemeinsam Gottesdienste und Veranstaltungen zu bereichern.

tonale Kompositionen

Eine völlig neue Entwicklung, die 2009 begann. Die Idee ist, dass sehr bekannte Gebärdenlieder mit einer tonalen Melodie versehen werden. D.h. ein Gebärdenlied ist vorhanden und junge KomponistInnen komponieren eine passende Melodie. Dazu werden Wurzeln, Entstehung, Gefühle, Inhalt und biblischer Bezug den Komponisten erklärt. Dieser soll dann eine Brückenmelodie entwerfen, die für hörende Menschen eine tonale Brücke darstellen kann.

Stellen Sie sich die Trauung eines gehörlosen Ehepaares vor oder die Taufe eines Kindes gehörloser Eltern. Nichts Ungewöhnliches in Bayern. Zu den Trauungen und Taufgottesdiensten kommen gehörlose und hörende Menschen, meist halb/halb. Kommunikativ wird der Gottesdienst in DGS oder in Ausnahmefällen in LBG gestaltet. Gebärdenlieder und Gebärdenchor sind Standard und werden durch die Gehörlosengemeinden und die betroffenen Familien finanziert.

In diesen Gottesdiensten sind aber auch tonale Brücken für hörende Gottesdienstbesucher/innen notwendig. Dazu werden Kirchenlieder mit Gebärdenbegleitung genutzt. In Bayern ist eine kleine Liedersammlung mit Gebärdenbegleitung entstanden, die gerne und häufig eingesetzt wird. Der Impuls dazu kam aus der Praxis und aus der Schweiz.

internationale Gebärdenlieder

Die bayerischen Gebärdenchöre stehen im internationalen Kontakt. Der internationale Austausch bleibt auch in Zukunft wichtig, um Entwicklungen in den kreativen Dialog zu bringen.

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